Die Trainingsintensität aus Schweden implementieren

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    • Die Trainingsintensität aus Schweden implementieren

      Robin Beckers vom Krefelder EV im Hockeyweb-Interview (Ausschnitte)

      ... Vor einigen Monaten hospitierte Beckers in Schweden und brachte neue Erkenntnisse mit....

      Haben Sie in der täglichen Trainingsarbeit etwas erneuert? Gibt es (z.B. trainingswissenschaftliche) Erkenntnisse, die für Innovation auf dem Eis sorgen?
      Im Trainerteam haben wir unser On-Ice-Training grundlegend im unteren Bereich geändert: Wir arbeiten an der Technik und dem Spielverhalten, sowie der Spielkreativität unserer Jungs und Mädels. Dabei trainieren wir viel in Stationen. Im Training gibt es keine A- und B-Mannschaft mehr. Alle Kinder erhalten die gleiche Ausbildung von den gleichen Trainern. Dabei sind wir alle auf einer Linie. Aus Schweden habe ich einige Ansätze mitbringen und integrieren können. Vor allem die unglaubliche Trainingsintensität versuchen wir zu implementieren. Off-Ice achten wir neueren Erkenntnissen nach vor allem auf optimale Ausführung der Grundbewegungen, koordinative Ausbildung der Kinder und Jugendlichen und arbeiten viel mit der Langhantel, zunächst an der Technik und später am Gewicht. Neuere Trainingsmethoden wie HIIT (High Intensive Intervall Training) oder andere finden immer wieder den Vorzug im Ausdauerbereich vor stupidem Laufen. Mit Karl Schwarzenbrunner – DEB-Ausbildungs- und Lehrwart – bin ich in regem Austausch und hole mir in Aus- und Fortbildungen neue Anreize für den Off-Ice Bereich.

      Wie sieht Ihr weiterer persönlicher Weg aus? Wie lange möchten Sie noch beim KEV arbeiten? Welchen nächsten Entwicklungsschritt sehen Sie für sich?Ich werde in der kommenden Saison beim KEV ein älteres Team coachen. Das steht fest. So stelle ich mir auch meine Entwicklung als junger Trainer vor: Als Assistent der U16 ging es los. In der U8 und U14 habe ich als verantwortlicher Trainer weitergemacht, letztes Jahr war es dann erstmals mit der U15 ein Team im Leistungsbereich. Der nächste Schritt ist die nächsthöhere Altersklasse. Momentan ist geplant, dass ich in der kommenden Saison das DNL-Team übernehme. Von da aus vielleicht eines Tages in den Seniorenbereich. Ich bin froh, in Krefeld die Chance zur Entwicklung erhalten. Wie lange ich in Krefeld sein werde, kann ich nicht prognostizieren. Ich bekomme viel Verantwortung und Unterstützung und das ist für einen jungen, deutschen Trainer sicherlich am Anfang sehr wichtig.

      Der DEB hat vor längerer Zeit Powerplay26 zur Verbesserung der Nachwuchsarbeit ins Leben gerufen. Merken Sie in Krefeld deutliche Fortschritte?In Krefeld haben wir lange Zeit zur Spitze Deutschlands gehört. Denn unsere Nachwuchsarbeit war immer gut. Peter Kaczmarek hat schon früher viel Wert auf Schlittschuhlaufen und Technik gelegt. Deshalb hatten wir immer gut ausgebildete Spieler und sportlichen Erfolg. Es wurde eher auf die Spitze und das Gewinnen von Spielen, weniger auf die breite Ausbildung geachtet. Das hat sich bei uns etwas geändert. Wir definieren Erfolg in der Ausbildung unserer Spieler. Ein Erfolg ist, wenn ein Marcel Noebels in Berlin zu den Top-Stars zählt oder Pascal Zerressen in Köln und Olli Mebus in Nürnberg zu den Topverteidigern gehören und andere unserer Spieler den Sprung auf die andere Straßenseite zu den Pinguinen schaffen.

      In Krefeld gibt es wieder drei Eisflächen (Yayla-Arena, Rheinlandhalle, Werner- Rittberger-Halle). Ist die Situation jetzt zufriedenstellend?
      Wir können ganz klar sagen: Jein! Drei Eisflächen sind super. Jedoch teilen wir uns die Flächen mit Eiskunstlauf, Eisstockschießen, Eistanz, Hobby-Mannschaften usw. Die Yayla-Arena hilft uns unglaublich und unterstützt, wo sie kann. Durch Veranstaltungen fallen jedoch immer wieder Zeiten weg. Die Werner-Rittberger-Halle ist ein Segen, öffnet jedoch immer erst im Oktober. Uns fehlen definitiv Möglichkeiten, ein gute Trockentraining durchzuführen, moderne Kabinen und Trockenräume. Über der Rheinlandhalle hängt jedes Jahr das Damoklesschwert. Zufriedenstellend wäre, wenn sich die Krefelder Politik endlich zu einem Neubau durchringen würde.

      Für die kommende Spielzeit hat der KEV mit Dennis Weidenbach einen weiteren hauptamtlichen Trainer verpflichtet. Wie sind Sie auf ihn gekommen?
      Mit Dennis Weidenbach habe ich meinen B-Schein gemacht und mehrere Future Camps betreut. In dieser Zeit habe ich viel über seine Arbeit in Bietigheim mitbekommen und wir haben uns auch in den Zwischenzeiten immer wieder ausgetauscht. Bietigheim hat eine starke Nachwuchsarbeit aufgebaut, an der vor allem auch Dennis einen großen Anteil hat. In der U13 gehören die Steelers mittlerweile sogar zur deutschen Spitze. Als die Stelle hier frei wurde, habe ich direkt an Dennis gedacht. Er ist ein junger und wissbegieriger, sowie lernwilliger Trainer. Mir nicht unähnlich. Wir haben viele gleiche Denkweisen und Ansätze, Eishockey zu lehren. Als ich ihm von der freien Stelle in Krefeld berichtete, hat er sich sofort beworben, war zur Vorstellung mehrfach in Krefeld und hat schlussendlich auch unterschrieben. Es freut mich sehr, dass er sich für Krefeld entschieden hat, denn Angebote, vor allem im Süden, hatte er genügend.

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